Public Women-on-Board-Index

Methodik

Datenbasis

  • Die zu untersuchenden Unternehmen wurden anhand transparenter und nachvollziehbarer wissenschaftlicher Kriterien definiert.
  • Unternehmen wurden auf allen föderalen Ebenen einbezogen: Bund, Länder und Kommunen (Landeshauptstädte (inkl. Stadtstaaten)).
  • Die Unternehmen wurden anhand der Beteiligungsberichte identifiziert; darüber hinaus wurden die unmittelbaren Gesellschaftsanteile erhoben sowie die mittelbaren Beherrschungsquoten berechnet.
  • Parallel wurden die Angaben auf den Homepages der Unternehmen sowie in den Jahresabschlüssen aus dem Unternehmensregister überprüft.

Unternehmensauswahl im Überblick

  • Bund (95 Unternehmen): Alle Unternehmen mit unmittelbarer Beteiligung des Bundes über 25 Prozent der Gesellschaftsanteile sowie alle wesentlichen vom Bund mittelbar beherrschten Unternehmen mit eigenem Aufsichtsgremium und Internetauftritt.
  • Bundesländer (127 Unternehmen): Jeweils die 10 gemessen an der Bilanzsumme größten Unternehmen, an der die jeweilige Gebietskörperschaft mit mindestens 50 Prozent beteiligt ist, und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb, Internetauftritt und ein eigenes Aufsichtsgremium verfügen (im Bundesland Brandenburg entsprechen nur 7 Unternehmen den Kriterien).
  • Kommunen (Landeshauptstädte/Stadtstaaten – 190 Unternehmen): Jeweils die 10 gemessen an der Bilanzsumme größten Unternehmen, an der die jeweilige Gebietskörperschaft mit mindestens 50 Prozent beteiligt ist, und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb, Internetauftritt und ein eigenes Aufsichtsgremium verfügen. Bei Stadtstaaten jeweils 20 Unternehmen.

Unternehmen auf Bundesebene (95)

  • Basis: 656 unmittelbare und bedeutende mittelbare Beteiligungen laut Beteiligungsbericht des Bundes 2014.[1] Von diesen wurden in die Studie aufgenommen:

    • Alle 46 Unternehmen mit unmittelbarer Beteiligung des Bundes in Höhe von mehr als 25 Prozent der Gesellschaftsanteile (umfasst 45 unmittelbare Mehrheitsbeteiligungen und 1 unmittelbare Minderheitsbeteiligung).
    • Alle 34 mittelbar beherrschten Unternehmen (mindestens 50%), soweit sie im Beteiligungsbericht des Bundes als wesentlich eingestuft werden (in den Abschnitten B-J genannt).
    • Alle 15 Unternehmen mit Mehrheitsanteil in öffentlicher Hand, d.h. an welchen der Bund gemeinsam mit anderen öffentlichen deutschen Anteilseignern aufaddiert mindestens 50% hält. Berücksichtigt wurden auch Tochtergesellschaften dieser Unternehmen, soweit eine gemeinsame Mehrheit auch dort noch gegeben ist und soweit sie im Beteiligungsbericht des Bundes als wesentlich eingestuft werden (in den Abschnitten B-J genannt).

  • Es werden alle inländischen Rechtsformen in den drei oben definierten Gruppen einbezogen.
  • Sondervermögen werden für die Frage der Beherrschung nicht als getrennt vom restlichen Haushalt betrachtet, d.h. die Anteile werden mit den regulären Anteilen des Bundes zusammengerechnet (z.B. ERP Sondervermögen bei der KfW).
  • Finanzmarktstabilisierungsfonds und Restrukturierungsfonds für Kreditinstitute werden nicht berücksichtigt, weil sie eher den Charakter eines Sondervermögens des Bundes als den eines Unternehmens besitzen; ihre Tochterunternehmen werden aber in die Studie mit einbezogen.
  • Einbezogen wurden nur Unternehmen mit eigenem Aufsichtsgremium und eigener Homepage (als Aufsichtsgremium werden auch Verwaltungsräte, Kuratorien oder Beiräte gewertet, wenn diese nach den Angaben die Aufgaben eines Aufsichtsgremiums erfüllen).

Unternehmen der Bundesländer, Stadtstaaten und Landeshauptstädte

  • Flächenstaaten: Jeweils die 10 größten unmittelbaren Unternehmen bzw. mittelbaren Unternehmen der 1. Ebene, an welchen das jeweilige Bundesland mindestens 50 Prozent der Gesellschaftsanteile direkt bzw. indirekt hält, und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb (mehr als 2 hauptamtliche Mitarbeiter), ein Aufsichtsgremium sowie eine eigene Unternehmenshomepage verfügen.
  • Insofern ein Unternehmen bereits im Public WoB-Index 2015 gelistet war, hat es Vorrang bei der Unternehmensauswahl, um eine bessere Vergleichbarkeit zum Vorjahr zu ermöglichen.
  • Landeshauptstädte: Auswahlkriterien analog zu denen der Flächenstaaten.
  • Stadtstaaten: Auswahlkriterien ebenfalls wie zuvor genannt, jedoch jeweils 20 Unternehmen, da Stadtstaaten zugleich die Aufgaben von Bundesländern und Landeshauptstädten wahrnehmen.
  • Die Unternehmensgröße wird anhand der Bilanzsumme gemessen.
  • Beschränkung auf die Rechtsformen AG, GmbH, gGmbH, Anstalt des öffentlichen Rechts sowie Körperschaft des öffentlichen Rechts, aufgrund der Relevanz der Unternehmen (Größe), der Vergleichbarkeit der Organstrukturen und des Studienrahmens. Nicht aufgenommen werden nach Ausschlusskriterien: Stiftungen, GmbH & Co. KG, Eigenbetriebe und eigen­betriebsähnliche Einrichtungen sowie Unternehmen, die sich in Liquidation befinden.
  • Zur Vergleichbarkeit der Strukturen werden Unternehmen der 2. mittelbaren Ebene ebenfalls bei der Auswahl berücksichtigt, wenn diese direkt unter einer speziell für die Steuerung und Verwaltung von öffentlichen Beteiligungen zuständigen Beteiligungsmanagementgesellschaft angesiedelt sind, welche sich zu mindestens 90 Prozent im Besitz der Gebietskörperschaft befindet.
  • In einigen Städten und Bundesländern sind alle großen Beteiligungen direkt unter dem Beteiligungsmanagement angesiedelt, in anderen direkt an die Gebietskörperschaft angeschlossen. Durch die oben beschriebene Vorgehensweise ist nach klaren und transparenten Kriterien sichergestellt, dass jeweils die größten Unternehmen mit Aufsichtsgremium in die Grundgesamtheit aufgenommen wurden.
  • Öffentliche Banken sind in der Untersuchung integriert, wenn die aufgeführten Kriterien erfüllt sind. Sparkassen sind entsprechend der Kriterien nicht vertreten, u.a. da sie keine vergleichbare Eigentümerstruktur besitzen. Die Gewährträgerstruktur (z.B. Verschachtelungen über Sparkassenzweckverbände oder Landeskreise als Gewährträger) ist häufig so komplex, dass eine Zuordnung zu einzelnen Städten im Sinne der Studie nicht sinnvoll möglich ist.
  • Im Fall von Bremen werden zur besseren Vergleichbarkeit für die Frage der Beherrschung die Anteile von Land und Stadtgemeinde zusammengerechnet.
  • Im Fall von Hannover werden die Beteiligungsberichte der Landeshauptstadt und der Region Hannover ausgewertet und die Anteile von Stadt und Region für die Frage der Beherrschung zur besseren Vergleichbarkeit zusammengerechnet, da Hannover sich als kreisfreie Stadt mit einem Landkreis zu einem Kommunalverband besonderer Art zusammengeschlossen und die Stadt ihre öffentlichen Aufgaben teilweise der Region übertragen hat.
  • In einigen Gebietskörperschaften konnten nicht ausreichend Unternehmen ermittelt werden, welche unsere Kriterien erfüllten. In diesen Fällen wurden auch Unternehmen der 2. mittel­baren Ebene, in Rechtsform einer Stiftung bzw. GmbH & Co. KG, mit weniger als 3 Mitarbeitern oder ohne Homepage einbezogen. Mit Ausnahme von Brandenburg konnte so für alle Gebietskörperschaften die erforderliche Anzahl von Unternehmen ermittelt werden.

Vorgehensweise Datenerhebung

  • Ermittlung der zu untersuchenden Unternehmen auf Grundlage der zum diesbezüglichen Studienzeitpunkt jeweils aktuell verfügbaren Beteiligungsberichte.
  • Anschreiben des jeweiligen Beteiligungsmanagements zur Prüfung und ggf. Korrektur der Unternehmensauswahl sowie zur Ermittlung der Zusammensetzung der Aufsichtsgremien und Top-Managementorgane.
  • Recherche der Zusammensetzung der Organe der Unternehmen parallel zur Abfrage anhand der aktuellsten, öffentlich verfügbaren Daten (Internetseiten der Unternehmen, Jahresabschluss, Beteiligungsbericht).
  • Anschreiben der Unternehmen mit der Bitte, die ermittelten Daten auf Aktualität zu prüfen und zu ergänzen. Stichtag für die Zusammensetzung der Organe war dabei der 1. Januar 2016.
  • Insgesamt haben sich 168 Unternehmen (40,8 Prozent) bis einschließlich März 2016 an der Prüfung ihrer Daten beteiligt. Diese Rücklaufquote ist im Vergleich zu anderen empirischen Studien im sozialwissenschaftlichen Bereich hoch.
  • 20 Unternehmen wollten sich explizit nicht an der Umfrage beteiligen. Sie wurden wie Unternehmen gewertet, die nicht geantwortet haben.

Für die Auswertung wurde die jeweils aktuellste verfügbare Datenquelle genutzt. Neben den Meldungen der Unternehmen selbst sind dies insbesondere die Angaben der BeteiligungsmanagerInnen (Meldung Anteilseigner) sowie die Internetseiten der Unternehmen, die weitgehend den aktuellen Stand widerspiegeln. Für das Top-Management konnte auf Grundlage dieser Datenquellen für alle Unternehmen die aktuelle Zusammensetzung ermittelt werden. Dies gilt ebenso für 90,3 Prozent der Aufsichtsgremien, bei weiteren 7,3 Prozent ist der Stand Ende 2015 und damit nahezu aktuell.

Für 2,4% (10 absolut) der Unternehmen musste aufgrund des Antwortverhaltens für die Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums auf den letzten verfügbaren Jahresabschluss bzw. Beteiligungsbericht zurückgegriffen werden (das jeweils aktuellere Dokument wurde genutzt). In der Regel repräsentiert dies den Stand 31. Dezember 2014, in zwei Fällen 31.12.2013.

Die Datenerhebung erfolgte durch den von FidAR beauftragten Kooperationspartner, die Juniorprofessur für Public Management an der Universität Leipzig.

Die Daten wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erhoben und dokumentiert. FidAR e.V. schließt jedoch jede Haftung für unrichtige oder unvollständige Daten aus.