Public Women-on-Board-Index

Mit dem am 1. Mai 2015 in Kraft getretenen Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat die Bundesregierung ganz bewusst auch für öffentliche Unternehmen gesetzliche Vorgaben festgelegt, um den Frauenanteil in Führungspositionen nachhaltig zu erhöhen.

Zwar sind von der Geschlechterquote, die einen Anteil von mindestens 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen vorgibt, nur wenige Unternehmen des öffentlichen Sektors betroffen. Aber für eine große Zahl der Beteiligungen von Bund, Ländern und Kommunen gilt die Regelung, bis zum 30. September 2015 Zielgrößen für den Frauenanteil in den Aufsichtsgremien und Top-Managementorganen sowie der 1. und 2. Managementebene zu definieren und im kommenden Lagebericht im Jahr 2016 zu veröffentlichen. Hinzu kommen teilweise schon seit Langem existierende Vorgaben etwa im Bundesgremienbesetzungsgesetz und in den Gleichstellungsgesetzen (bzw. Gremienbesetzungsgesetzen) von Ländern und Kommunen. Als „politische Messlatte“ gilt hier die paritätische Zusammensetzung der Gremien. Davon sind die öffentlichen Unternehmen zum größten Teil noch weit entfernt.

Der vorliegende dritte Public Women-on-Board-Index von FidAR zeigt den Status Quo der gleichberechtigten Teilhabe in den Aufsichtsgremien und Top-Managementorganen der 412 größten öffentlichen Unternehmen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Die Zahl der untersuchten Unternehmen wurde von 375 im Vorjahr auf 412 erweitert, um eine möglichst breite und repräsentative Grundlage zu schaffen.

Wichtigstes Ergebnis: Insgesamt nimmt der Frauenanteil auch in den Spitzengremien des öffentlichen Sektors langsam zu. Große Sprünge sind aber nicht zu beobachten. Vom Anspruch des Gesetzgebers, gegenüber der Privatwirtschaft eine Vorbildfunktion bei der Chancengleichheit von Frauen und Männern einzunehmen, sind die Unternehmen teilweise noch weit entfernt.

Erstmals haben wir für diese Studie die öffentlichen Unternehmen nach ihren Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils befragt. Dadurch schaffen wir nicht nur mehr Transparenz in Bezug auf den Ist-Zustand, sondern eröffnen auch einen Einblick in die künftig zu erwartende Entwicklung.

Wir danken allen Unternehmen und Behörden, die uns bei der Recherche und der Befragung für den Public WoB-Index unterstützt haben, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das den Public WoB-Index fördert, Prof. Dr. Ulf Papenfuß von der Zeppelin Universität Friedrichshafen, der das Projekt wissenschaftlich begleitet, und unserem Projektpartner Eye Communications für die gemeinsame Konzeption und Umsetzung.

Die detaillierte Studie zum Public WoB-Index können Sie hier herunterladen.