Women-on-Board-Index 160

FidAR zieht Bilanz

Vor 6 Jahren hat FidAR mit dem Women-on-Board-Index zum ersten Mal ein Ranking erstellt, das den 160 im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX notierten Unternehmen in Deutschland eine Standortbestimmung zur Chancengleichheit ermöglichte. Der durchschnittliche Frauenanteil in den Aufsichtsräten lag 2010 bei knapp 10 Prozent, in den Vorständen bei gerade einmal 3 Prozent. Knapp die Hälfte der Unternehmen hatte an der Führungsspitze überhaupt keine Frau. „Die Nullen müssen weg“ titelte das manager magazin seinerzeit zur Erstveröffentlichung des WoB-Index 160.

Der WoB-Index von FidAR hat durch die Vorlage von aktuellen Zahlen, durch ein Ranking, das den Unternehmen ihre Positionierung aufzeigte, und durch eine kontinuierliche Beobachtung und Bewertung der Fortschritte zum Veränderungsdruck beigetragen. Sowohl in den Aufsichtsräten als auch in den Vorständen hat sich der Frauenanteil zwischenzeitlich mehr als verdoppelt, bei den Vorständen allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Viele Unternehmen haben ganz gezielt Frauen in die Führungsetagen berufen und damit erste Schritte zu einem Kulturwandel hin zu mehr gleichberechtigter Teilhabe eingeleitet. Dennoch war die Zunahme des Frauenanteils nur sehr gering.

Die Bundesregierung hat mit dem am 1. Mai 2015 in Kraft getretenen Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen die Konsequenz daraus gezogen und eine feste Quotenvorgabe eingeführt. Börsennotierte und voll mitbestimmte Unternehmen müssen ab 2016 bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat einen Anteil von 30 Prozent Frauen erreichen – dies betrifft auch einen großen Teil der im DAX, SDAX, MDAX oder TecDAX gelisteten und im WoB-Index 160 untersuchten Unternehmen. Im vorliegenden WoB-Index 160 untersuchen wir auch die Entwicklung seit der Verabschiedung des Gesetzes im vergangenen Jahr.

Wir danken den Unternehmen, die uns bei der Recherche unterstützt haben, dem Bundes-ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das den WoB-Index fördert, und unserem Projektpartner Eye Communications für die gemeinsame Umsetzung.

Die detaillierte Studie zum WoB-Index 160 können Sie hier herunterladen.