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FidAR Pressemitteilung vom 19.4.2018 FidAR Forum X

FidAR Forum X: Neue Dynamik für mehr Frauen in Führungspositionen – Druck auf die Wirtschaft für mehr gleichberechtigte Teilhabe nimmt zu


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Berlin, 19.04.2018: Der Druck auf die Wirtschaft wächst, die gleichberechtigte Teilhabe auf allen Unternehmensebenen umzusetzen. Anlässlich des zehnten FidAR Forum am 18. April 2018 in der französischen Botschaft in Berlin betonte Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey, dass die Bundesregierung künftig Verstöße gegen die gesetzliche Pflicht zur Festlegung und Veröffentlichung von Zielgrößen für den Frauenanteil in den Aufsichtsräten, Vorständen und den zwei obersten Managementebenen konsequent mit Bußgeldern ahnden werde. Die französische Arbeitsministerin Muriel Pénicaud unterstrich bei der Veranstaltung, dass Frankreich über eine 2011 eingeführte Frauenquote zwar einen Frauenanteil von über 42 Prozent in den Aufsichtsräten erreicht habe – die großen Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern aber mit einem neuen Gesetz eindämmen wolle. FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow zog eine positive Bilanz: „Wir können viel von Frankreich lernen. Präsident Macron hat die Gleichstellung zu einem der Kernanliegen seiner Amtszeit gemacht. Die Bundesregierung täte gut daran, mit ihrem wichtigsten Partner in Europa gleichzuziehen.“

„Frauen können alles - das sollte auch endlich in den Unternehmen angekommen sein. Frauen in den Führungsspitzen der Wirtschaft sind im wahrsten Sinne „gut fürs Geschäft“. Wer sich als Unternehmen dieser Chance verschließt und sich bei der Besetzung künftiger Führungspositionen mit Frauen das Ziel „0 Prozent“ setzt, schöpft nicht alle Möglichkeiten aus, um erfolgreich zu sein. Zielgröße Null ist weder zeitgemäß noch gerecht. Zielgröße Null ist schlicht und einfach dumm. Wir werden die Nichteinhaltung der Meldepflicht für die Zielvorgaben für Vorstände und Führungsebenen künftig sanktionieren und eine Begründungspflicht für die Zielgröße Null einführen. Nichtmelden und Nullmelden wird dann teuer. Sanktionen gegen Unternehmen, die nicht vollständig melden, sind jetzt schon vorgesehen. Aber bisher wurde in keinem Fall ein Bußgeld verhängt. Da braucht es offenbar noch einmal eine klarere Ansage.“, betonte Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey.

Die französische Arbeitsministerin Muriel Pénicaud machte deutlich, dass Frankreich den Abbau der Lohnungleichheit mit gesetzlichen Maßnahmen reduzieren werde: „Selbst in bereinigten Zahlen besteht auch heute noch bei gleicher Arbeit eine Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen. Statistisch gesehen spricht man von einer ‚unerklärten‘ Einkommenslücke. Für mich ist sie nicht unerklärt, sondern unerklärbar und untragbar. Wir müssen uns für die Reduzierung dieser Einkommenslücke einsetzen“, erklärt die französische Arbeitsministerin Muriel Pénicaud.

FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow warb in der Botschaft für einen deutsch-französischen Schulterschluss in der Gleichstellungspolitik: „Deutschland kann viel von Frankreich lernen. Präsident Emmanuel Macron hat die Gleichberechtigung zu einem Schwerpunkt seiner Amtszeit gemacht. Schon seit 2011 gilt dort eine gesetzliche Frauenquote – für weit mehr Unternehmen, als hierzulande. Der Schlüssel ist jetzt, den Wirkungsbereich der Quote in Deutschland über die „Pilotgruppe“ der aktuell 104 Unternehmen auszudehnen. Denn wo die Quote nicht gilt, bewegt sich sehr wenig. Eine Breitenwirkung ist vom Teilhabegesetz in den vergangenen drei Jahren nicht ausgegangen. Die 30 DAX-Konzerne werden weiterhin vorrangig von Männern regiert. Mehr Frauen gelangen fast nur dort in Spitzenpositionen, wo es gesetzlich vorgeschrieben ist. Das Angebot, über selbst definierte Zielgrößen den Frauenanteil zu steigern, wurde bislang nur halbherzig angenommen. Es ist richtig, dass die Bundesregierung hier die Gangart verschärft und Unternehmen, die mit Zielgröße Null planen, eine Begründung abverlangt. Wer null Frauen hat und mit null Frauen plant, hat als Ergebnis null Frauen und steht dann unter erhöhter Rechtfertigungspflicht. Wir brauchen positive Zahlen für die Führungsetagen und keine weiteren Erklärungen“, so Schulz-Strelow.

Das FidAR Forum gehört u den größten Konferenzen für Frauen in der Wirtschaft in Deutschland. Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Ihre Ansprechpartnerin

Monika Schulz-Strelow, Präsidentin FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e. V.
Tel.: +49 (30) 887 14 47 13, E-Mail: monika.schulz-strelow@fidar.de

Pressekontakt:

Matthias Struwe | Eye Communications | Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 (7 61) 137 62-21, E-Mail: m.struwe@eyecommunications.de

Über FidAR:

FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e.V. ist eine überparteiliche und überregionale Initiative, die 2006 von Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ins Leben gerufen wurde. FidAR strebt eine nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils in den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen und die Verbesserung der Unternehmenskontrolle an. Ziel der Initiative ist die paritätische Besetzung aller Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft. FidAR verfolgt diese Ziele im engen Austausch mit Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und in Kooperation mit den relevanten Wirtschafts- und Frauenverbänden. FidAR ist aktives Mitglied im europäischen Netzwerk EWoB- European Women on Board (www.ewob-network.eu). Mehr Informationen zu FidAR im Internet u