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Geben Sie der Selbstverständlichkeit auch Ihre Stimme: #ungleichwargestern

Fotos: (C) FOM/christianvogel.com 

Jetzt unterzeichnen: Hier geht es zur PETITION

Folienvortrag Prof. Dr. Peichel IFO Insititut zum Download 

Link zur Webseite der FOM Hochschule


Es kündigte sich  wieder ein großer Abend an, mit über 130 Anmeldungen von Unternehmensvertreterinnen und –vertretern aus namenhaften Unternehmen der Region und bei strahlendem Sonnenschein bei der diesjährigen Kooperationsveranstaltung von FOM und FidAR am Studienzentrum der FOM Hochschule in München. Im Fokus steht die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen in Führungspositionen. Annette Hagedorn, stellvertretende Geschäftsleiterin der FOM, begrüßte die Teilnehmenden. 

Professor Andreas Peichl vom ifo Institut hielt eine Keynote zum Thema „Fehlende Gleichstellung in Deutschland. Diagnose und Therapiemöglichkeiten“. Er beschreibt vier Ursachen für den geringen Frauenanteil in deutschen Führungspositionen: individuelle Präferenzen, soziale Normen, Arbeitsmarkt und Unternehmenssituationen sowie staatliche Rahmenbedingungen seien ausschlaggebend. „Seit der Geburt meiner Tochter habe ich viele neuen Facetten dieses Themas kennengelernt und beschäftigte mich nun intensiver damit.“ Sein Fazit: "Deutschland rangiert in Sachen gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern auf einem der hinteren Plätze. Mit einer veränderten Steuer- und Arbeitsmarkt Männern Sozialpolitik ließe sich viel verbessern.”

Im Anschluss stellte Elke Benning-Rohnke, Vize-Präsidentin von FidAR e.V. die Münchner Selbstverständlichkeiten vor.  "Wir wollen in einem Deutschland leben, in dem gleichberechte Teilhabe und gleiches Entgelt für gleiche Arbeit Selbstverständlichkeiten sind. Ungleich war gestern und sollte vorbei sein.“ Dies ist die Kampagne, die gemeinsam von FidAR e.V.  mit den Frauennetzwerken von 18 großen Unternehmen der Region München entstanden ist. „Wenn wir Frauen uns nicht für unsere Rechte einsetzen, dann wird es niemand andres tun“, so zitierte Benning-Rohnke Familienministerin Giffey. Ein konsequenter Schritt von FidAR, von der politischen Ebene der Berliner Erklärung nun konkret auf die Unternehmen zuzugehen und sie in die Pflicht zu nehmen. Es geht dabei um die folgenden 4 zentralen Punkte: mehr Frauen ins Top-Management zu bringen, sich konsequent gegen die Zielgröße Null zu stellen, Entgeltgerechtigkeit zu schaffen und ein qualifikationsorientiertes Talentmanagement zu gestalten. Hier geht es zur Aktion: gern mitmachen! https://ungleichwargestern.fidar.de 

Nun stellte sich die Frage: „Was tun, damit sich wirklich und endlich etwas ändert?“ Hierzu trug Prof. Dr. Anja Seng, Rektoratsbeauftragte für Diversity Management der FOM Hochschule, verschiedenste Studienergebnisse, Erfahrungsberichte und Analysen zusammen, die konkrete Anhaltspunkte lieferten. „Nicht die Frauen müssen sich ändern, sondern die Spielregeln“, so zitierte sie Iris Bohnet, Professorin der Harvard University. Es geht nicht darum, dass Frauen sich an männliche Verhaltensmuster anpassen oder dass die Objektivität in Entscheidungsprozessen erhöht wird. Denn unsere Wahrnehmung können wir nicht überlisten. Aber wir können die Spielregeln ändern, nach denen Einstellungs- und Beförderungsentscheidungen getroffen werden. Freiwillige Selbstverpflichtungen (bevor auch in Deutschland gesetzliche und sanktionierte Regelungen kommen), systematische Nutzung von Zahlen, Daten, Fakten zu Entgelt-, Bonus- und Beförderungsverhältnisse  in der Organisation, die Professionalisierung von Auswahlprozessen sowie die aktive Gestaltung von Rollenmodellen scheinen vielversprechende und zugleich einfach realisierbare Ansätze zu sein. Der Appell zum Abschluss: "Machen Sie die Münchner Selbstverständlichkeiten zur Selbstverständlichkeit in Ihrer Organisation. Ändern Sie die Spielregeln. Lassen Sie uns gemeinsam eine Bewegung in Gang setzen und beteiligen Sie sich aktiv an #ungleichwargestern. Machen Sie unser gemeinsames Anliegen zum Thema – im beruflichen und im privaten Umfeld. So wird die im Grundgesetz verbriefte Gleichstellung hoffentlich auch bald selbstverständlich.“

Die Petition wurde am Abend geöffnet und wurde gleich vor Ort von vielen Teilnehmerinnen gezeichnet. Dank der Gastfreundschaft der FOM Hochschule wurden bis 22h intensiv Netzwerke gepflegt, neue Kontakt geknüpft und die Impulse weiter diskutieren.