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Kommentar der FidAR Präsidentin Monika Schulz-Strelow

Berlin, 18.8.2017


Kommentar der FidAR Präsidentin Monika Schulz-Strelow zur am 16.8.2017  im Kabinett vorgestellten Zwischenbilanz der Quote

„Es ist wichtig festzuhalten, dass die erst vor 2 Jahren eingeführte feste Quote wirkt und in den Aufsichtsräten für eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils gesorgt hat. Nie waren so viele Frauen in Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen vertreten. Das ist natürlich auch ein Erfolg der seit 2015 gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote – wobei der Zuwachs schon mit der Diskussion um die Quote eingesetzt hat.

Wir erwarten, dass dies mittelfristig auch dazu führen wird, dass wir einen höheren Frauenanteil in den Vorständen erreichen. Bei den von der Quote betroffenen Unternehmen liegt der Frauenanteil in den Vorständen mit 7,1 Prozent jetzt schon höher als bei den Unternehmen, die nicht unter die Quote fallen. Aber die Quote gilt derzeit nur für rund 100 Unternehmen. Es wäre in einem ersten Schritt wichtig, den Geltungsradius der festen Quote auch auf die 3.500 Unternehmen auszuweiten, die börsennotiert oder mitbestimmt sind. Für sie gelten derzeit nur die Zielgrößen für die Führungsebenen, die die Unternehmen selbst festlegen. Hier besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. 

Wo die freiwillige Verpflichtung nicht greift, sind sanktionsbewehrte Vorgaben unausweichlich. Eine verbindliche gesetzliche Regelung auf der Aufsichtsratsebene wäre ein wichtiges Signal, um auch bei diesen Unternehmen in den Vorstands- und Managementetagen echte Veränderungen zu erreichen. Unternehmen mit mehr als 50 Prozent Frauen in der Belegschaft, die sich mit 10 Prozent Frauenanteil im Management zufrieden geben, setzen völlig falsche Zeichen: Ihren Mitarbeiterinnen bedeuten sie, dass sie kaum Aufstiegschancen haben. Und im Wettbewerb um weibliche Führungskräfte signalisieren sie: Bei uns habt ihr wenig Chancen. Das wird sich rächen, nicht nur in Zeiten von Führungskräftemangel“, erklärt FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

„Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem W20 Gipfel im April gesagt, die Unternehmen hätten sich die Quote durch Nichtstun verdient. Die Wirtschaft sollte nun daran arbeiten, dass eine Ausweitung der Quote auf die Vorstandsetagen nicht notwendig ist – durch ein verstärktes Engagement“, so Schulz-Strelow. „FidAR wird gemeinsam mit den 17 Frauenverbänden, die sich zur Berliner Erklärung 2017 zusammengeschlossen haben, den Druck weiter erhöhen, um eine spürbare Erhöhung des Frauenanteils auf allen Führungsebenen der Unternehmen durchzusetzen.“

Zwischenbilanz der Quote BMFSFJ

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