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Methodik

In der diesjährigen Studie wurden die Landeshauptstädte und deren Beteiligungen aus der Untersuchung ausgeschlossen. Die Grundgesamtheit ist damit von 424 auf 263 Unternehmen gesunken. Damit wurde die Auswahl der Unternehmen auf Seiten des Bundes und der Länder konsolidiert. In zukünftigen Studien sollte eine Auswahl an Kommunen wiederaufgenommen werden. Vergleiche der aggregierten Daten zum Vorjahr sind auf Grund der veränderten Grundgesamtheit mit Vorsicht zu betrachten. Auf Bundesebene wurden entweder wegen Neugründung oder aufgrund der neuen Einrichtung eines Aufsichtsratsgremiums vier Unternehmen neu aufgenommen: Bundes-Gesellschaft für Endlagerung mbH (BGE), CISPA - Helmholtz-Zentrum (i.G.) GmbH, Die Autobahn GmbH des Bundes und Engagement Global gGmbH. Ferner wurden drei Unternehmen aus der Untersuchung gestrichen, da diese nunmehr keinen Aufsichtsrat besitzen (Regional Bus Stuttgart GmbH, BwConsulting GmbH und DFS Aviation Services GmbH). Bei den Bundesländern änderte der Großmarkt Bremen seinen Namen zu M3B GmbH und wird unter diesem in der Studie aufgeführt.

Datenbasis

  • Definition der zu untersuchenden Unternehmen anhand transparenter und nachvollziehbarer wissenschaftlicher Kriterien.
  • Einbezug von Unternehmen der oberen föderalen Ebenen: Bund und Länder (inkl. Stadtstaaten).
  • Identifizierung der Unternehmen anhand der Beteiligungsberichte; Erhebung der unmittelbaren Gesellschaftsanteile sowie Berechnung der mittelbaren Beherrschungsquoten.
  • Parallele Überprüfung der Angaben auf den Homepages der Unternehmen sowie in den Jahresabschlüssen aus dem Unternehmensregister.

Unternehmensauswahl im Überblick

  • Bund (105 Unternehmen): Alle Unternehmen mit unmittelbarer Beteiligung des Bundes über 25 Prozent der Gesellschaftsanteile sowie alle vom Bund mittelbar beherrschten Unternehmen (über 50 Prozent) mit eigenem Aufsichtsgremium und Internetauftritt.
  • Bundesländer (158 Unternehmen): Jeweils die 10, gemessen an der Bilanzsumme, größten Unternehmen, an der die jeweilige Gebietskörperschaft unmittelbar oder mittelbar (1. Stufe) mit mindestens 50 Prozent beteiligt ist und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb, ein Aufsichtsgremium und einen eigenen Internetauftritt verfügen (im Bundesland Brandenburg entsprechen nur 8 Unternehmen den Kriterien).

Unternehmen auf Bundesebene (105)

  • Basis: 575 un­mit­tel­ba­re und be­deu­ten­de mit­tel­ba­re Be­tei­li­gun­gen laut Be­tei­li­gungs­be­richt 2018[1]. Von die­sen wur­den in die Stu­die auf­ge­nom­men:

    • Alle 45 Un­ter­neh­men mit un­mit­tel­ba­rer Be­tei­li­gung des Bun­des in Höhe von mehr als 25 Pro­zent der Ge­sell­schafts­an­tei­le (um­fasst 46 un­mit­tel­ba­re Mehr­heits­be­tei­li­gun­gen).
    • Alle 47 mit­tel­bar be­herrsch­ten Un­ter­neh­men (min­des­tens 50 %), so­weit sie im Be­tei­li­gungs­be­richt des Bun­des als we­sent­lich ein­ge­stuft wer­den (in den Ab­schnit­ten B-N ge­nannt).
    • Alle 14 Un­ter­neh­men mit Mehr­heits­an­teil in Öf­fent­li­cher Hand, d. h. an wel­chen der Bund, ge­mein­sam mit an­de­ren öf­fent­li­chen deut­schen An­teils­eig­nern auf­ad­diert, min­des­tens 50 Pro­zent hält. Be­rück­sich­tigt wur­den auch Toch­ter­un­ter­neh­men die­ser Un­ter­neh­men, so­weit ge­mein­sa­me Mehr­heit auch dort noch ge­ge­ben ist und so­weit sie im Be­tei­li­gungs­be­richt des Bun­des als we­sent­lich ein­ge­stuft wer­den (in den Ab­schnit­ten B-N ge­nannt).

  • Es wur­den alle in­län­di­schen Rechts­for­men in den drei oben de­fi­nier­ten Grup­pen ein­be­zo­gen.
  • Son­der­ver­mö­gen wur­den für die Frage der Be­herr­schung nicht als ge­trennt vom rest­li­chen Haus­halt be­trach­tet, d. h. die An­tei­le wur­den mit den re­gu­lä­ren An­tei­len des Bun­des zu­sam­men­ge­rech­net (z. B. ERP Son­der­ver­mö­gen bei der KfW).
  • Fi­nanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­fonds und Re­struk­tu­rie­rungs­fonds für Kre­dit­in­sti­tu­te wur­den nicht be­rück­sich­tigt, weil sie eher den Cha­rak­ter eines Son­der­ver­mö­gens des Bun­des und nicht eines Un­ter­neh­mens be­sit­zen; aber ihre Toch­ter­un­ter­neh­men wur­den in die Stu­die mit ein­be­zo­gen.
  • Ein­be­zo­gen wur­den nur Un­ter­neh­men mit ei­ge­nem Auf­sichts­gre­mi­um und ei­ge­ner Home­page (als Auf­sichts­gre­mi­um wer­den auch Ver­wal­tungs­rä­te, Ku­ra­to­ri­en oder Bei­rä­te ge­wer­tet, wenn diese nach den An­ga­ben die Auf­ga­ben eines Auf­sichts­gre­mi­ums er­fül­len).

Unternehmen der Bundesländer und Stadtstaaten

  • Bundesländer: Jeweils die 10 größten unmittelbaren Unternehmen bzw. mittelbaren Unternehmen der 1. Ebene, an welchen das jeweilige Bundesland mindestens 50 Prozent der Gesellschaftsanteile direkt bzw. indirekt hält, und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb (mehr als 2 hauptamtliche Mitarbeiter), ein Aufsichtsgremium sowie eine eigene Unternehmens-Homepage verfügen.
  • Falls ein Unternehmen bereits im Public WoB-Index 2018 berücksichtigt war, hatte dieses Vorrang bei der Unternehmensauswahl, um einen Jahresvergleich zu ermöglichen.
  • Die Unternehmensgröße wurde anhand der Bilanzsumme gemessen.
  • Beschränkung auf die Rechtsformen AG, GmbH, gGmbH, Anstalt des öffentlichen Rechts sowie Körperschaft des öffentlichen Rechts, aufgrund der Relevanz der Unternehmen (Größe), der Vergleichbarkeit der Organstrukturen und des Studienrahmens.
  • Nicht aufgenommen wurden nach Ausschlusskriterien: Stiftungen, GmbH & Co. KG, Eigenbetriebe und eigenbetriebsähnliche Einrichtungen sowie Unternehmen, welche sich in Gründung oder in Liquidation befinden.
  • Zur Vergleichbarkeit der Strukturen wurden Unternehmen der 2. mittelbaren Ebene ebenfalls bei der Auswahl berücksichtigt, wenn diese direkt unter einer speziell für die Steuerung und Verwaltung von öffentlichen Beteiligungen zuständigen Beteiligungsmanagementgesellschaft angesiedelt sind, welche sich zu mindestens 90 Prozent im Besitz der Gebietskörperschaft befindet.
  • In einigen Bundesländern sind alle großen Beteiligungen direkt unter dem Beteiligungsmanagement angesiedelt, in anderen direkt an die Gebietskörperschaft angeschlossen. Durch die oben beschriebene Vorgehensweise ist nach klaren und transparenten Kriterien sichergestellt, dass jeweils die größten Unternehmen mit Aufsichtsgremium in die Grundgesamtheit aufgenommen wurden.
  • Öffentliche Banken sind in der Untersuchung integriert, wenn die aufgeführten Kriterien erfüllt sind. Sparkassen sind entsprechend der Kriterien nicht vertreten, u. a. da sie keine vergleichbare Eigentümerstruktur besitzen. Die Gewährträgerstruktur (z. B. Verschachtelungen über Sparkassenzweckverbände oder Landeskreise als Gewährträger) ist häufig so komplex, dass eine Zuordnung zu einzelnen Städten im Sinne der Studie nicht sinnvoll möglich ist.
  • Im Fall von Bremen werden zur besseren Vergleichbarkeit für die Frage der Beherrschung die Anteile von Land und Stadtgemeinde zusammengelegt.
  • In einigen Gebietskörperschaften konnten nicht ausreichend Unternehmen ermittelt werden, welche die Kriterien erfüllen. In diesen Fällen wurden auch Unternehmen der 2. mittelbaren Ebene, in Rechtsform einer Stiftung bzw. GmbH & Co. KG, mit weniger als 3 Mitarbeitern oder ohne Homepage einbezogen. Mit Ausnahme von Brandenburg konnte so für alle Gebietskörperschaften die erforderliche Anzahl von Unternehmen ermittelt werden.

Vorgehensweise Datenerhebung

  • Auswahl der Unternehmen, welche in dieser Studie befragt wurden, basierend auf der Datengrundlage des Vorjahres.
  • Anschreiben des jeweiligen Beteiligungsmanagements zur Prüfung und ggf. Korrektur der Unternehmensauswahl sowie zur Ermittlung der Zusammensetzung der Aufsichtsgremien und Top-Managementorgane.
  • Zusätzliche Recherche anhand aktueller Beteiligungsberichte.
  • Anschreiben der Unternehmen mit der Bitte, die Daten auf Aktualität zu prüfen und zu ergänzen. Stichtag für die Zusammensetzung der Organe war dabei der 1. Januar 2019.
  • Insgesamt haben sich 123 Unternehmen (41,3 %) an der Prüfung ihrer Daten beteiligt. Diese Rücklaufquote kann im Vergleich zu anderen empirischen Studien im sozialwissenschaftlichen Bereich als sehr hoch eingestuft werden. Einreichungsfrist für die Rückmeldungen war der 26. April 2019. Es wurden jedoch auch nach diesem Stichtag eingegangene Antworten noch berücksichtigt. Die letzte Antwort ging am 15. Mai 2019 ein.
  • Recherche über die Zusammensetzung der Unternehmensorgane parallel zur Abfrage anhand aktueller, öffentlich verfügbarer Daten (Internetseiten der Unternehmen, Jahresabschluss, Beteiligungsbericht).

Für die Auswertung wurde die jeweils neueste verfügbare Datenquelle genutzt. Neben der Meldung der Unternehmen selbst sind dies insbesondere die Angaben des Beteiligungsmanagements (Meldung Anteilseigner) sowie die Internetseiten der Unternehmen, die weitgehend den aktuellen Stand widerspiegeln. Für das Top-Managementorgan konnte auf Grundlage dieser Datenquellen für alle Unternehmen die aktuelle Zusammensetzung ermittelt werden.

Zu allen Unternehmen in dieser Studie gibt es entweder eine Rückmeldung der Unternehmen oder die relevanten Informationen wurden über öffentlich zugängliche Quellen recherchiert. Wenn keine aktualisierte Einzelangabe recherchiert werden konnte, wurden die Vorjahresdaten übertragen.

Die Datenerhebung und Datenauswertung erfolgte durch die von FidAR e. V. beauftragte Kooperationspartnerin, Univ.-Prof. Dr. Michèle Morner und das Team vom Wissenschaftlichen Institut für Unternehmensführung und Corporate Governance [wifucg].

Die Daten wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erhoben und dokumentiert. FidAR e. V. schließt jedoch jede Haftung für unrichtige oder unvollständige Daten aus.

Die Datenerhebung erfolgte durch den von FidAR beauftragten Kooperationspartner, das Wissenschaftliche Institut für Unternehmensführung und Corporate Governance [wifucg] in Deimern.

Die Daten wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erhoben und dokumentiert. FidAR e.V. schließt jedoch jede Haftung für unrichtige oder unvollständige Daten aus.