Women-on-Board-Index 185

Vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG) ist offenkundig, dass die Einführung der Frauenquote maßgeblich dazu beigetragen hat, den Frauenanteil in den Aufsichtsräten deutlich zu steigern und ein geändertes Bewusstsein für mehr Chancengleichheit beim Aufstieg in Führungspositionen zu schaffen. Der durchschnittliche Frauenanteil in den Aufsichtsräten der aktuell 105 börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen, die unter die Quote fallen, stieg von 21,3 im Januar 2015 vor der Einführung des Gesetzes auf aktuell 33,9 Prozent. Der Frauenanteil in den Vorständen dieser Unternehmen hat sich in dem Zeitraum von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau von 4,9 auf 9,6 Prozent erhöht.

Das ist zumindest eine positive Entwicklung verglichen mit den Unternehmen, die keine Quotenvorgaben einhalten müssen, aber in den DAX-Segmenten notiert sind und entsprechend ebenfalls im Fokus der Öffentlichkeit stehen: Hier stieg der Frauenanteil im Aufsichtsrat lediglich von niedrigen 13,7 auf weiterhin geringe 21,6 Prozent.

Gleiches gilt für die Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den zwei obersten Managementebenen, die alle börsennotierten oder mitbestimmten Unternehmen in Deutschland zum zweiten Mal seit 2015 definieren und veröffentlichen mussten. Die unter die Quote fallenden Unternehmen setzen trotz einer höheren Ausgangsbasis ambitioniertere Ziele: So planen etwa 35,7 Prozent der unter die Quote fallenden Unternehmen einen Zuwachs des Frauenanteils im Vorstand von über 10 Prozentpunkten. Von den nicht der Quote unterliegenden Unternehmen planen nur 19 Prozent ambitionierte Zuwächse.

Sehr bedenklich ist der weiterhin hohe Anteil der Unternehmen mit Zielgröße Null für den Vorstand. 69 Unternehmen, die derzeit keine Frau im Vorstand haben, planen, dies auch nicht für die nächsten Jahre zu ändern. Das sind 42,9 Prozent der 161 Unternehmen, die eine Zielgröße für den Vorstand definiert haben. Die geplante Einführung einer Begründungspflicht bei Zielvorgabe „Null“ wird den Unternehmen auferlegen, ihre Entscheidung gegen Diversity in der Führungsetage gegenüber den Anteilseignern, der Belegschaft und der Öffentlichkeit zu erklären.

Die Studie zum vorliegenden dritten Women-on-Board-Index 185 untersucht die 160 DAX-, MDAX und SDAX-Unternehmen sowie die aktuell 25 börsennotierten und voll mitbestimmten, im Regulierten Markt notierten Unternehmen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Vergleich der aktuell 105 von der Geschlechterquote betroffenen Unternehmen mit den 80 in den DAX-Indizes notierten, nicht der Quote unterliegenden Unternehmen. Wir machen transparent, wie das Gesetz zahlenmäßig wirkt.

Die detaillierte Studie zum WoB-Index 185 können Sie hier herunterladen.