Public Women-on-Board-Index

Methodik

Die Grundgesamtheit der untersuchten Unternehmen wurde zum Vorjahr nur leicht von 412 auf 415 Unternehmen erhöht und ist damit nahezu identisch. Bei den Bundesländern musste nur ein Unternehmen in Bayern ausgetauscht werden, da ein Aufsichtsgremium abgeschafft wurde; beim Bund entfielen 4 Unternehmen aufgrund von Fusionen bzw. Wegfall der Aufsichtsgremien. Dafür wurden aber 7 weitere Bundesunternehmen neu in die Studie aufgenommen, da der Beteiligungsbericht 2016 des Bundes umfangreichere Angaben zu den Unternehmen des DB-Konzerns macht. Der DB-Konzern erhält damit zusätzliches Gewicht innerhalb der Daten des Bundes.

Die Erhöhung der Grundgesamtheit bewegt sich in einem Rahmen, in dem Vergleiche zum Vorjahr ohne Einschränkungen möglich sind. Vergleiche zum Jahr 2015 (375 Unternehmen) sind noch gut möglich. Vergleiche zum Jahr 2014 mit der deutlich geringeren Untersuchungsbasis von 225 Unternehmen sind mit deutlich größerer Vorsicht zu betrachten. In den Rankings wird mit dem Vorjahr verglichen, in den übrigen Grafiken sind jeweils auch die Jahre 2016 und 2014 zum Vergleich angegeben.

Datenbasis

  • Die Definition der zu untersuchenden Unternehmen erfolgte anhand transparenter und nachvollziehbarer wissenschaftlicher Kriterien.
  • Es wurden Unternehmen auf allen föderalen Ebenen einbezogen: Bund, Länder (inkl. Stadtstaaten) und Kommunen (hier jeweils die Landeshauptstädte).
  • Die Unternehmen wurden anhand der Beteiligungsberichte identifiziert; Auf deren Basis erfolgten die Erhebung der unmittelbaren Gesellschaftsanteile sowie die Berechnung der mittelbaren Beherrschungsquoten.
  • Parallel wurden die Angaben auf den Homepages der Unternehmen sowie in den Jahresabschlüssen aus dem Unternehmensregister überprüft.

Unternehmensauswahl im Überblick

  • Bund (98 Unternehmen): Alle Unternehmen mit unmittelbarer Beteiligung des Bundes über 25 Prozent der Gesellschaftsanteile sowie alle vom Bund mittelbar beherrschten Unternehmen mit eigenem Aufsichtsgremium und Internetauftritt.
  • Bundesländer (127 Unternehmen): Jeweils die 10, gemessen an der Bilanzsumme, größten Unternehmen, an der die jeweilige Gebietskörperschaft mit mindestens 50 Prozent beteiligt ist, und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb und ein Aufsichtsgremium verfügen (im Bundesland Brandenburg entsprechen nur 7 Unternehmen den Kriterien).
  • Kommunen (Landeshauptstädte/Stadtstaaten – 190 Unternehmen): Jeweils die 10, gemessen an der Bilanzsumme, größten Unternehmen, an der die jeweilige Gebietskörper­schaft mit mindestens 50 Prozent beteiligt ist und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb und ein Aufsichtsgremium verfügen. Bei Stadtstaaten jeweils 20 Unternehmen.

Unternehmen auf Bundesebene (95)

  • Basis: 616 unmittelbare und bedeutende mittelbare Beteiligungen laut Beteiligungsbericht 2016. Von diesen wurden in die Studie aufgenommen:

    • Alle 46 Unternehmen mit unmittelbarer Beteiligung des Bundes in Höhe von mehr als 25 Prozent der Gesellschaftsanteile (umfasst 46 unmittelbare Mehrheitsbeteiligungen).
    • Alle 38 mittelbar beherrschten Unternehmen (Beteiligung des Bundes mindestens 50 %), soweit sie im Beteiligungsbericht des Bundes als wesentlich eingestuft werden (in den Abschnitten B-N genannt).
    • Alle 14 Unternehmen mit Mehrheitsanteil in öffentlicher Hand, das heißt an welchen der Bund, gemeinsam mit anderen öffentlichen deutschen Anteilseignern, aufaddiert mindestens 50 Prozent hält. Berücksichtigt wurden auch Tochterunternehmen dieser Unternehmen, soweit eine gemeinsame Mehrheit auch dort noch gegeben ist und soweit sie im Beteiligungsbericht des Bundes als wesentlich eingestuft werden (in den Abschnitten B-N genannt).

  • Es werden alle inländischen Rechtsformen in den drei oben definierten Gruppen einbezogen.
  • Sondervermögen werden für die Frage der Beherrschung nicht als getrennt vom restlichen Haushalt betrachtet, das heißt die Anteile werden mit den regulären Anteilen des Bundes zusammengerechnet (z.B. ERP Sondervermögen bei der KfW).
  • Finanzmarktstabilisierungsfonds und Restrukturierungsfonds für Kreditinstitute werden nicht berücksichtigt, weil sie eher den Charakter eines Sondervermögens des Bundes und nicht eines Unternehmens besitzen; deren Tochterunternehmen wurden aber in die Studie mit einbezogen.
  • Berücksichtigt wurden nur Unternehmen mit eigenem Aufsichtsgremium und eigener Homepage (als Aufsichtsgremium werden auch Verwaltungsräte, Kuratorien oder Beiräte gewertet, wenn diese nach den Angaben die Aufgaben eines Aufsichtsgremiums erfüllen).

Unternehmen der Bundesländer, Stadtstaaten und Landeshauptstädte

  • Flächenstaaten: Jeweils die 10 größten unmittelbaren Unternehmen bzw. mittelbaren Unternehmen der 1.  Ebene, an welchen das jeweilige Bundesland mindestens 50 Prozent der Gesellschaftsanteile direkt bzw. indirekt hält, und die über einen eigenen Geschäftsbetrieb (mehr als 2 hauptamtliche Mitarbeiter), ein Aufsichtsgremium sowie eine eigene Unternehmenshomepage verfügen.
  • Falls ein Unternehmen bereits im Public WoB-Index 2016 berücksichtigt war, hat dieses Vorrang bei der Unternehmensauswahl, um einen besseren Jahresvergleich zu ermöglichen.
  • Landeshauptstädte: Auswahlkriterien analog zu denen der Flächenstaaten.
  • Stadtstaaten: Auswahlkriterien ebenfalls wie zuvor genannt, jedoch jeweils 20 Unternehmen, da Stadtstaaten zugleich die Aufgaben von Bundesländern und Landeshauptstädten wahrnehmen.
  • Die Unternehmensgröße wird grundsätzlich anhand der Bilanzsumme gemessen.
  • Beschränkung auf die Rechtsformen AG, GmbH, gGmbH, Anstalt des öffentlichen Rechts sowie Körperschaft des öffentlichen Rechts, aufgrund der Relevanz der Unternehmen (Größe), der Vergleichbarkeit der Organstrukturen und des Studienrahmens. Nicht aufgenommen werden nach Ausschlusskriterien: Stiftungen, GmbH & Co. KG, Eigenbetriebe und eigenbetriebsähnliche Einrichtungen sowie Unternehmen, welche sich in Liquidation befinden.
  • Zur Vergleichbarkeit der Strukturen werden Unternehmen der 2. mittelbaren Ebene ebenfalls bei der Auswahl berücksichtigt, wenn diese direkt unter einer speziell für die Steuerung und Verwaltung von öffentlichen Beteiligungen zuständigen Beteiligungsmanagementgesellschaft angesiedelt sind, welche sich zu mindestens 90 Prozent im Besitz der Gebietskörperschaft befindet.
  • In einigen Städten und Bundesländern sind alle großen Beteiligungen direkt unter dem Beteiligungsmanagement angesiedelt, in anderen direkt an die Gebietskörperschaft angeschlossen. Durch die oben beschriebene Vorgehensweise ist nach klaren und transparenten Kriterien sichergestellt, dass jeweils die größten Unternehmen mit Aufsichts­gremium in die Grundgesamtheit aufgenommen wurden.
  • Öffentliche Banken sind in der Untersuchung integriert, wenn die aufgeführten Kriterien erfüllt sind. Sparkassen sind entsprechend der Kriterien nicht vertreten, unter anderem deshalb, weil sie keine vergleichbare Eigentümerstruktur besitzen. Die Gewährträgerstruktur (z.B. Verschachtelungen über Sparkassenzweckverbände oder Landeskreise als Gewährträger) ist häufig so komplex, dass eine Zuordnung zu einzelnen Städten im Sinne der Studie nicht sinnvoll möglich ist.
  • Im Fall von Bremen werden zur besseren Vergleichbarkeit für die Frage der Beherrschung die Anteile von Land und Stadtgemeinde zusammengerechnet.
  • Im Fall von Hannover werden die Beteiligungsberichte der Landeshauptstadt und der Region Hannover ausgewertet und die Anteile von Stadt und Region für die Frage der Beherrschung zur besseren Vergleichbarkeit zusammengerechnet, da Hannover sich als kreisfreie Stadt mit einem Landkreis zu einem Kommunalverband besonderer Art zusammengeschlossen und öffentliche Aufgaben teilweise der Region übertragen hat.
  • In einigen Gebietskörperschaften konnten nicht ausreichend Unternehmen ermittelt werden, welche die Kriterien erfüllen. In diesen Fällen wurden auch Unternehmen der 2. mittelbaren Ebene, in Rechtsform einer Stiftung bzw. GmbH & Co. KG, mit weniger als 3 Mitarbeitern oder ohne Homepage einbezogen. Mit Ausnahme von Brandenburg konnte so für alle Gebietskörperschaften die erforderliche Anzahl von Unternehmen ermittelt werden.

Vorgehensweise Datenerhebung

  • Ermittlung der zu untersuchenden Unternehmen auf Grundlage der zum diesbezüglichen Studienzeitpunkt jeweils aktuell verfügbaren Beteiligungsberichte.
  • Anschreiben des jeweiligen Beteiligungsmanagements zur Prüfung und ggf. Korrektur der Unternehmensauswahl sowie zur Ermittlung der Zusammensetzung der Aufsichtsgremien und Top-Managementorgane.
  • Recherche der Zusammensetzung der Organe der Unternehmen parallel zur Abfrage anhand der aktuellsten, öffentlich verfügbaren Daten (Internetseiten der Unternehmen, Jahresabschluss, Beteiligungsbericht).
  • Anschreiben der Unternehmen mit der Bitte, die ermittelten Daten auf Aktualität zu prüfen und zu ergänzen. Stichtag für die Zusammensetzung der Organe war dabei der 1. Januar 2017.
  • Insgesamt haben sich 175 Unternehmen (42,2 %) an der Prüfung ihrer Daten beteiligt. Diese Rücklaufquote ist im Vergleich zu anderen empirischen Studien im sozialwissenschaftlichen Bereich hoch.
  • 17 Unternehmen haben rückgemeldet, sich nicht an der Umfrage zu beteiligen. Sie wurden wie solche Unternehmen gewertet, die gar nicht geantwortet haben.

Für die Auswertung wurde die jeweils aktuellste verfügbare Datenquelle genutzt. Neben der Meldung der Unternehmen selbst sind dies insbesondere die Angaben der BeteiligungsmanagerInnen (Meldung Anteilseigner) sowie die Internetseiten der Unternehmen, die weitgehend den aktuellen Stand widerspiegeln. Für das Top-Management konnte auf Grundlage dieser Datenquellen für alle Unternehmen die aktuelle Zusammensetzung ermittelt werden. Dies gilt ebenso für 89,2 Prozent der Aufsichtsgremien.

Bei 45 Unternehmen (10,8 %) musste aufgrund des Antwortverhaltens für die Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums auf die ermittelten Daten des Jahres 2016 zurückgegriffen werden.

Die Datenerhebung erfolgte durch den von FidAR beauftragten Kooperationspartner, den Lehrstuhl für Public Management & Public Policy an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

Die Daten wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erhoben und dokumentiert. FidAR e.V. schließt jedoch jede Haftung für unrichtige oder unvollständige Daten aus.