Women-on-Board-Index 185

Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst steht fest: Die gesetzliche Quote von 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten wirkt. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der aktuell 105 börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen liegt bei über 28 Prozent. Die nicht von der Quote betroffenen DAX-Unternehmen erreichen dagegen nur einen Wert von 19 Prozent. Durch die Beschränkung der festen Quote auf die Aufsichtsgremien von aktuell 105 Unternehmen rückt allerdings die 2. Säule des Gesetzes viel stärker in den Mittelpunkt: Rund 3.500 börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen müssen Zielgrößen für den künftigen Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den zwei obersten Führungsebenen festlegen und veröffentlichen. Diese Säule des Gesetzes zeigt insgesamt noch nicht die erhoffte Wirkung.

Seit 2010 untersucht FidAR mit dem Women-on-Board-Index die Entwicklung des Frauenanteils in Führungspositionen der führenden deutschen Unternehmen: Der WoB-Index 160 konzentrierte sich auf die DAX, MDAX, SDAX und TecDAX-Unternehmen. Der Public WoB-Index untersucht seit 2014 die größten Unternehmen der Öffentlichen Hand. Der WoB-Index 100 fokussierte sich schließlich auf alle von der Geschlechterquote betroffenen börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen in Deutschland. Der nun vorliegende Women-on-Board-Index 185 fasst die Unternehmen des WoB-Index 160 und des Wob-Index 100 zusammen. Die Studie ermöglicht erstmals einen Vergleich der Entwicklung bei den der festen Quote unterliegenden Unternehmen mit der der nicht unter die Quote fallenden, im DAX notierten Konzerne.

Erstmalig wurde im Rahmen der Erhebung der Daten ergänzend eine qualitative Befragung zu den Zielgrößen in Bezug auf die Aufsichtsräte, Vorstände und die zwei obersten Managementebenen durchgeführt, die die Unternehmen bis 30. September 2015 festzulegen und im Geschäftsbericht zu veröffentlichen hatten. Damit wurden die im Stimmungsbarometer von FidAR erhobenen Erkenntnisse nochmals gezielt bei den führenden börsennotierten Unternehmen überprüft. Das Meinungsbild zeigt, dass die Unternehmensführungen sich stärker als in der Vergangenheit zur Förderung von Frauen in Führungspositionen bekennen. Deutlich wird aber, dass nur wenige Unternehmen sich ehrgeizige Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils in der Vorstandsetage setzen. Ferner wachsen die Zweifel, ob die Festlegung von Zielgrößen alleine den notwendigen Kulturwandel in den Unternehmen einleiten kann.

Wir danken allen Unternehmen, die uns bei der Recherche unterstützt haben, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das den WoB-Index fördert, und unseren Projektpartnern Eye Communications und ISIconsult.

Die detaillierte Studie zum WoB-Index 185 können Sie hier herunterladen.